“Avatar” – Die Hardware hinter den Animationen
Wenn es einen Kinoerfolg in der letzten Zeit gab, dann ist es ohne Frage James Cameron’s “Avatar”, der bereits “Titanic” bei den Einspielergebnissen vom Thron gestossen hat. Kürzlich wurde der Film auch noch für 9 Oscars nominiert und hat dabei auch sicherlich gute Chancen die ein oder andere der begehrten Trophäen abzuräumen.
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Der Film besteht ja zum größten Teil aus komplett animierten Szenen und jeder Menge digitalen Effekten so weit das Auge reicht. Da stellt sich natürlich auch die Frage, welches technisches Equipment man für eine solche Meisterleistung benötigt – genau darauf möchte ich in diesem Artikel ein wenig genauer eingehen.
Bereits vor ein paar Tagen hatte ich ein kurzes Video gepostet, was einen kleinen Einblick bietet, wie die ganzen Spezialeffekte und technischen Raffinessen von “Avatar” entstanden sind. Bei YouTube kann man noch mehr Videos finden, allerdings möchte ich persönlich lieber auf die Extras in HD warten.
Verantwortlich für die Spezialeffekte und dem Rendering von “Avatar” ist die Firma Weta Digital, die ihre Studios, Produktionsstätten und ein eigenes Datacenter in Wellington, Neuseeland hat. Neben “Avatar” hat Weta Digital auch bei anderen großen Kinofilmen mitgewirkt, hier eine kleine Auswahl:
- “Der Herr der Ringe”
- “I,Robot”
- “Jumper”
- “King Kong”
- “Der Tag an dem die Erde stillstand”
Alleine für “Der Herr der Ringe” konnte Weta Digital einen Oscar für “Best Visual Effects” und einen weiteren Oscar für die technische Realisierung des Gollum abräumen. Ausserdem gab es noch vier Visual Effects Society Awards und einen BAFTA Award für den Film.
Weta Digital wurde 1993 von einer Gruppe von Filmemachern, darunter auch Peter Jackson (Der Herr der Ringe, King Kong), gegründet und umfasst mittlerweile auch eine Reihe von weiteren Firmen, die sich dem Filmbusiness verschrieben haben.
Für großartige Animationen braucht man natürlich auch großartige Hardware, die Weta Digital in einem eigenen Rechenzentrum in Wellington untergebracht hat. Der Serverraum hat eine Fläche von 930 Quadratmetern und ist das Heim von 34 wassergekühlten Racks, in denen über 4000 HP Blade-Server untergebracht sind.
Die Server, die für das Rendering der Spezialeffekte verantwortlich sind, haben insgesamt 40.000 Prozessoren und können auf 104 Terabyte an Arbeitsspeicher zurückgreifen. Die Verbindung der ganzen Serversysteme ist mit mehreren 10Gigabit Netzwerken realisiert worden.
Für die enormen Datenmengen, die bei den Berechnungen der Effekte anfallen, stehen Speicherlösungen von BluArc und NetApp zur Verfügung, die es auf insgesamt 3 Petabytes (= über 3 Millionen Gigabyte), also verdammt viel Speicherplatz, bringen.
Erst 2008 wurde das Rechenzentrum aufgerüstet und erweitert und damit hat sich Weta Digital Plätze in der Mitte der Top500 Supercomputer auf diesem Planeten gesichert.
Für die letzten Monate der Produktion von “Avatar” wurden von den Prozessoren 7 bis 8 Gigabyte an Daten pro Sekunde verarbeitet – das ganze 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche. Der fertig gerenderte Film hatte dann rund 17 Gigabyte an Daten pro Filmminute.
Auf der Webseite von Hewlett-Packard gibt es noch ein recht interessantes Video, dass die Anforderungen von Weta Digital an die HP Hardware aufzeigt und auch ein paar Blicke hinter die Kulissen wirft.





